„Die Hände hoch, es wird getanzt!“

„Die Hände hoch, es wird getanzt!“

WEINHEIM, 08.08.2022

Rund 900 Fans feiern beim Beat&Eat-Festival im Schlosspark von Weinheim bei der Eurodance-Party von Sunshine Live mit DJ Nitro, Captain Jack und Masterboy.

 

Weinheim. „Heyo, Captain Jack“, schallt es am Freitagabend aus den großen Boxen bei der 90er Eurodance-Party im Schlosspark. Rund 900 Fans, die im Rahmen des Beat&Eat-Festivals zum Tanzen, für kühle Drinks und Snacks erschienen sind, lassen sich von dem gut gelaunten Drill-Instructor in Uniform, einem Projekt, hinter dem seit 27 Jahren der Wiesbadener Produzent Udo Niebergall steht, mitreißen.

Den Captain Jack gibt Bruce Lacy mit extravaganter Stimme, Sängerin Michelle steuert die Hookline bei. Mit Party-Anheizern wie „In The Army Now“ und „Iko Iko“ reißt der Mann mit der roten Uniformmütze die Fans von ihren Sitzen. Obwohl der Captain an diesem Abend etwas kurzatmig mit 10-minütiger Verspätung auf die Bühne kommt, ist die Stimmung schon Bombe. Dafür hatte zuvor DJ Nitro, der Mann von Radio Sunshine, der bekanntlich Benzin im Blut und Retro im Herzen hat, mit den besten 90er-Ohrwürmern gesorgt.

Im Datum geirrt

Der Grund für des Captains Verspätung: Er hatte sich im Datum vertan. Das löst große Erheiterung aus. Und auf geht es mit „Give It Up“ und „My Generation“. Der treibende Elektro-Mix aus Dance-Rhythmus, Pop-Refrains und Rap-Einlagen löst bei vielen Partygästen Erinnerungen an die Zeit der zurückgespulten Videokassetten, der Boybands und Dance-Anheizer wie DJ BoBo oder „Hyper, Hyper“ Scooter aus.

Die gemütlichen Liegestühle, die die Mitarbeiter der Veranstaltungsagentur DeMi Promotion mit viel Einsatz aufgestellt haben, schenken dem malerischen Schlosspark mit den illuminierten Bäumen zwar ein unvergleichliches Flair. Sie werden von den Tanzwütigen jedoch sehr bald ignoriert, denn wie soll man bei den packenden Beats von „Radio Sunshine live on Stage“, der Mutter aller 90er-Partys, noch sitzen-, geschweige denn liegenbleiben.

Wer kennt ihn nicht, den einstigen Sommerhit „Macarena“. Schon bilden sich die ersten Tanzformationen vor der Bühne, die Choreo klappt, die Sprünge sind fast synchron. Als die Formation „Masterboy“, hinter der die stimmgewaltige Sängerin Trixi Delgado, Enrico Zabler an den Turntables und Rapper Tommy Schleh stehen, die Bühne betritt, kocht die Stimmung förmlich über. „Are You Ready For The Night?“, fragt Trixi mit dem gleichnamigen Song und Tommy „Klubbingman“ Schleh rappt dazu mit seiner markanten Stimme. Und ob die Eurodance-Fans bereit sind.

Es sind Titel wie „Generation Of Love“ oder „Mister Vain“, die mit ihrem Dance-Beat im Viervierteltakt, unterlegt von pumpenden Bassdrums und Handclap-Sounds, perfekt zu diesem Bilderbuch-Sommerabend im Park passen. Die Ansage, dass um Punkt 22 Uhr die Scheinwerfer ausgehen müssen, heizt die Zuschauer zusätzlich an, sodass nur noch vereinzelte Gäste das Partygeschehen von ihren Liegestühlen oder aus der komfortablen VIP-Lounge verfolgen. Man hat bei dieser dreistündigen, ausgelassenen Fete den Eindruck, dass die 90er-Welle nicht nur die 40- bis 60-Jährigen im Griff hat, auch viele junge Leute lassen sich von den wummernden Elektro-Beats mitreißen, einem Sound, der ein ganzes Jahrzehnt geprägt hat.

„Nicht die Menge macht es“

Im letzten Teil übernimmt DJ Nitro wieder den Platz an den Schiebereglern und lässt mit „Giv It Up“ und „What Is Love“ einen Party-Kracher nach dem andern aus den Boxen schallen, und zu den legendären Backstreet Boys tanzen nicht nur die Damen. Die Stimmung kocht, endlich darf wieder gefeiert werden, die harte Corona-Pause ist vergessen.

„Nicht die Menge macht es“, hatte Tommy von „Masterboy“ betont, als er von einem Gig am Abend zuvor mit 10 000 Zuschauern sprach. „Ausschlaggebend für eine gelungene Euro-Party ist die gute Laune und das Tanzfieber.“ Beides sorgte am Freitagabend im Schlosspark für ein kleines Sommermärchen. Und wer um 22 Uhr noch mitten im Rhythmusrausch war, konnte bei der anschließenden Aftershow-Party im legendären Weinheimer Club „Schabernack“ weiterfeiern.

Von Margit Raven

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